Im Frühjahr 2025 machten sich 2 Klassen einer Evangelischen Gesamtschule aus Coswig auf eine ganz besondere Reise: Eine Reise, auf der wir die Ursprünge des Judentums kennen lernen und uns dem Erfahrungsschatz jüdischen Lebens und Glaubens ganz praktisch nähern wollten.
Das unangefochtene Highlight der Projekttage war unser Besuch im Biblischen Bildungszentrum Reichenbach (Vogtland). Hier wurde uns ein Abriss der jüdischen Geschichte seit Abraham gegeben, die Funktion der Stiftshütte erklärt und ein in akribischer Kleinarbeit hergestelltes Modell des Tempels zurzeit Jesu gezeigt. Außerdem konnten die Schüler an einem Stadtmodell Jerusalems den Leidensweg Jesu bis nach Golgatha nachvollziehen. Besonders spannend war für die Kinder natürlich eine nachempfundene Schabbatfeier mit einer israelischen Mitarbeiterin.
Die Hingabe und Begeisterung der Mitarbeiter des BBZ übertrugen sich sogar auf Kinder, die nicht so leicht aus der „Reserve zu locken“ sind.
Begleitet wurde das Projekt von dem Auftrag, sich mit einem jüdischen Glaubenssymbol (wie z.B. der Menora, der Mesusa) intensiver zu beschäftigen.
Meine persönliche Motivation für dieses Projekt bestand in dem Wunsch, den Schülern das Volk Israel näher zu bringen und über jüdisches Leben und die jüdische Glaubenspraxis aufzuklären. Vor dem Hintergrund des gerade ausgetragenen Krieges gegen den Terror der Hamas bekam dieses Projekt natürlich eine besondere Relevanz.
Beim Schreiben dieser Zeilen muss ich an das Gleichnis vom Senfkorn denken. Jesus verwendete es, um zu zeigen, dass das Reich Gottes klein beginnt aber dass es wachsen und sich ausbreiten wird. Meine Hoffnung ist, dass der kleine Same des Interesses und der Liebe zum Volk Gottes und zu ihrem Schöpfer in den Schülern Wurzeln schlägt und weiter wächst.
Uta Hamann-Reichel
(Text aus redaktionellen Gründen leicht gekürzt)

