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Das Fest mit dem „achtarmigen“ Leuchter

Zur Advents- und Weihnachtszeit verwandelt sich das Erzgebirge, das Erzgebirgsvorland und andere Landstriche in ein wahres Lichtermeer. Überall erleuchten Schwibbögen, Lichterketten, Sterne in Fenstern, auf und an Häusern, Kirchen und auf öffentlichen Plätzen. In dieser Zeit gibt es auch im Judentum ein besonderes Fest.

Die meisten werden den siebenarmigen Leuchter, die Menora, kennen. Nicht selten trifft man auf einen acht- oder neunarmigen Leuchter. Was hat es mit dem auf sich? Dieser Leuchter, der auch Chanukkia genannt wird, geht auf die Menora zurück und ist auf Grund eines geschichtlichen Ereignisses entstanden. Er wird zu Chanukka verwendet, dem Lichter- oder Tempelweihfest, welches acht Tage gefeiert wird. An jedem Tag wird ein Licht entzündet, bis alle acht brennen. Zum Anzünden benutzt man den „Schammes“, den „Diener“. Das ist die Kerze auf dem neunten Arm. Chanukka ist fest im Judentum verwurzelt. Dabei geht es um mehr als Lichterketten, Kerzenschein und Lichterglanz. Gefeiert wird es in diesem Jahr vom 28.11. bis 05.12. Dazu wird vor den Synagogen und in den Häusern die Chanukkia aufgestellt, die in ihrer Gestaltung sehr unterschiedlich aussehen kann.

Chanukka bedeutet „Weihung“ und gilt als Fest zur Erinnerung des Sieges der Makkabäer gegen die Griechen im Jahre 164, v. Ch. Die Griechen hatten 167 v. Ch. den jüdischen Tempel in Jerusalem geplündert, entweiht und ihrem Gott Zeus darin ein Schwein geopfert. Mattitjahu und seine Söhne erhoben sich gegen die Griechen, weil sie Zeus kein Schwein opfern wollten. Juda Makkabäus (der Hammer) befreite 165 v. Chr. Jerusalem und weihte den Tempel neu. Die Überlieferung erzählt, dass nach der Reinigung des Tempels auch die Menora wieder entzündet werden sollte. Jedoch war nur ein Krug mit koscherem Öl vorhanden, das nur für eine Brenndauer von einem Tag gereicht hätte. Aber es geschah ein Wunder. Nach Entzünden der Menora brannte sie volle acht Tage, bis die Priester neues, koscheres Öl hergestellt hatten. So erinnert Chanukka und insbesondere die Chanukkia, an dieses Ereignis.

Die Tempelweihe in Jerusalem wird auch im apokryphen Buch der Makkabäer erwähnt. In Mak 4, 52-59 heißt es: „… [erhoben sie sich früh] Am Morgen des fünfundzwanzigsten Tages des neunten Monats, der Kislew heißt, im 148. Jahr, und opferten nach dem Gesetz auf dem neuen Brandopferaltar, den sie aufgerichtet hatten. Zur gleichen Zeit und am gleichen Tage, an dem die Heiden ihn entweiht hatten, wurde er wieder geweiht mit Gesang und mit Zithern, Harfen und Zimbeln. Und alles Volk fiel nieder auf das Angesicht, betete an und lobte den Himmel, der ihnen den Weg bereitet hatte. Und sie feierten die Weihe des Altars acht Tage lang und opferten mit Freuden Brandopfer, Dankopfer und Lobopfer; und sie schmückten die Vorderseite des Tempels mit goldenen Kränzen und Schilden und machten neue Tore und Zellen und setzten die Türen ein. Und es herrschte sehr große Freude im Volk, dass die Schande von ihnen genommen war, die ihnen die Heiden angetan hatten. Und Judas und seine Brüder und die ganze Gemeinde Israel beschlossen, dass man jährlich vom fünfundzwanzigsten Tage des Monats Kislew an acht Tage lang das Fest der Weihe des Altars mit Freude und Fröhlichkeit halten solle.“

Zu Chanukka werden allerlei Speisen, die mit oder im Öl zubereitet worden sind, gegessen. Dazu gehören „Sufganiot“ (Krapfen, Pfannkuchen, Berliner) und „Latkes“ (Kartoffelpuffer).

 

Als Familie wird „Dreidel“ gespielt. Ein Dreidel ist ein vierseitiger Kreisel, auf dem die vier Buchstaben Gimmel, Hay, Nun und Shin abgebildet sind. Der wird gedreht und je nachdem welcher Buchstabe nach ausdrehen oben liegt, kann ein „Goldtaler“ aus der Kasse genommen oder muss ein „Goldtaler“ in die Kasse gelegt werden, welche zuvor in gleicher Menge an jeden Mitspieler ausgeteilt worden sind. Die Anfangsbuchstaben des Dreidels stehen für: „Nes Gadol Haja Scham“ und bedeutet: „Ein großes Wunder geschah dort“ oder wenn das Spiel in Jerusalem gespielt wird heißt es „Nes Gadol Haja Po – Ein großes Wunder geschah hier“.

So ist der Inhalt von Chanukka im Judentum mehrschichtig; Erinnerung an die Wiederweihe des Jerusalemer Tempels, an das Wunder des achttägigen Brennens der Menora oder an die ganz persönliche Bedeutung in Anlehnung an die zunehmenden leuchtenden Kerzen, sein Leben stetig heiliger zu leben.

Die vielen Lichter, in dieser von Finsternis bestimmten Zeit, kann uns an die Aussage Davids in Psalm 27 Vers 1 erinnern.

„Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?

Yeshua HaMashiach ist zum Licht der Welt geworden und will es auch im Herzen eines jeden Menschen licht werden lassen.

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